|
||
|
Ein junger Wilder stellt sich gegen den Tod der Musik - Der Cellist Alban Gerhardt im Gespräch Alban Gerhardt, Jahrgang 1969, war alles andere denn ein Wunderkind. Mit sieben erst begann er das Klavierspiel, mit acht nahm er ein Cello in die Hand. Dann jedoch hatte er ein Ziel vor Augen: bei den Berliner Philharmonikern zu spielen, wie sein Vater es tat...Doch alsbald verstand Gerhardt jun. es, die künstlerische Freiheit des Solisten zu genießen. Viel habe er bei Boris Pergamenschikow gelernt, was Klangschönheit angehe und Klangprojektion. Letzteres sieht Gerhardt als eine Art Extrovertiertheit, was aber nicht mit aufgesetzter Choreographie zu tun habe. Affektierte Körperbewegungen sind ihm wohl ein Gräuel..' Es geht vielmehr darum, die Fähigkeiten des Solisten in den Dienst des Stückes zu stellen', sagt der Virtuose bescheiden, und: 'Die Musik muss gefallen, nicht der Solist.' 60 bis 90 Konzerte bigt Gerhardt im Jahr, sein Repertoire reicht von den barocken Bach-Suiten bis zur avantgardistischen Cellomusik etwa eines Alfred Schnittke. Und die in Seoul begorene Komponistin Unsuk Chin wird eigens für ihn ein Cellokonzert komponieren. Mstislav Rostropowitsch habe ihn zu dieser Repertoire-Vielfalt inspiriert, sagt Gerhardt. Doch er schwärmt auch von der Pianistin Cecile Licad über alle Maßen. Von dieser Kammermusik-Partnerin habe er gelernt, Musik aus dem Moment heraus zu machen, sich von festzementierten Interpretations-Erwartungen zu lösen. Da darf man gewiss auch auf seine Haydn-Deutung gespannt sein. Kritiker jedenfalls bescheinigen Gerhardt, ein selbstsicherer und unverkrampfter Interpret zu sein, verbunden mit makelloser Virtuosität. Ruhrnachrichten, 4.April 2003 |
||