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Alban Gerhardt – Cellist im Internet - Vor wenigen Tagen hat der junge Musiker aus Berlin den „Echo Klassik“-Preis 1998 bekommen

o ein Solist könnte für Begleiter ein Alptraum sein. Denn der Cellist Aban Gerhardt spielt Klavier. Zwei Instrumente hat er bis zur Wettbewerbsreife perfektioniert: Schon als Jugendlicher gewann er nicht nur bei „Jugen musiziert“ hohe Preise in beiden Fächern. Den Ausschlag für das Violoncello bag letztlich die körperliche Nähe zu diesem Instrument: „Nur das Cello kann ich so nehmen, daß es wirklich meines wird.“ Das klingt zupackend, doch der 29jährige ist alles andere als ein Cello-Matador; sein Ton ist schlank, seine Spielweise vokalistisch. Sein Cello singt. Bei Boris Pergamenschikow, Paul Tortelier, Heinrich Schiff und dem LaSalle-Quartett lernte er Texttreue und Präzision. Seine musikalische Intelligenz und lupenreine Technig führten den Sohn eines Berliner Philharmonikers auf geradem Weg nach oben. Sein Debüt mit den Berliner Philharmonikern unter Semyon Bychkov 1991 war der Beginn einer Weltkarriere. Anfang der 90er Jahre zog der gebürtige Berliner nach New York. Ende Oktober wurde sein CD-Debüt mit Brahms-Sonaten, erschienen bei Harmonia Mundi France, mit dem „Schallplatten-Oscar“ Echo Klassik 1998 ausgezeichnet. Sogar im Internet bewegt er sich souverän: Seit September hat der Cellist unter der Adresse www.albangerhardt.com eine persönliche Website im Netz.

Michael Weiss, Amadeo Nr.2, Herbst/Winter 98