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| CD-Präsentation in München, Konzert im Musikinstrumentenmuseum (Bach 5, Britten, Kodaly) |
| „Ein Gang durch viele Klangbilder |
Es ist immer aufregend, wenn sich einer allein aufs Podium wagt: die Einsamkeit des Solisten mit der Musik. Kein Mitspieler kann entlasten, vielleicht kleine Schwächen überdecken. Wer die fünfte Suite von Bach, die erste von Benjamin Britten und die Solosonate von Zoltan Kodaly präsentieren will, weiß, welche Herausforderungen technischer wie musikalischer Art ihn erwarten. Alban Gerhardt, der wohl vitalste, unmittelbarste nter den jungen deutschen Cellomeistern, die weltweit Furore machen, trat im akustisch allerdings problematischen Saal des Münchner Musikinstrumentenmuseums auf, um das Erscheinen seiner neuesten CD zu unterstützen…Alban Gerhardt, dem im letzten Jahr sein Guadagnini-Cello gestohlen wurde, spielte diesmal auf einem Testore-Instrument mit klanglich eher gedeckten Farben. Diese gewisse Dunkelheit wird in Bachs c-Moll-Suite noch durch die Herabstimmung der A-Saite um einen Ton verstärkt. Gerhardt gehört zu den wenigen Solisten von Rang, die diese von Bach geforderte Skordatur auch ausführen. Behert stieg er in das komplexe Prelude des schwierigen Stückes ein, akzentuierte das Tänzerische bei Allemande, Courante und Gigue und hielt in der Sarabande bei aller Melancholie dieser unvergleichlichen Cantabile-Linie auf abwechlungsreiche, doch rhythmisch ruhige Phrasierung. Auch in Kodalys dreisätziger Solosonate von 1915 wird umgestimmt, diesmal die beiden tiefen Saiten. Dieses erste große Cellosolowerk 200 Jahre nach Bachs Suiten verlangt nicht nur höchste Virtuosität und grenzenlose Klangfarbenphantasie, sondern auch viel Sinn für die Ökonomie der groß angelegten Steigerungen. Sonst entsteht leicht der Eindruck einer Aneinanderreihung von unerhörten cellistischen Effekten. Gerhardt gelang besonders der Kopfsatz in seiner Mischung aus heroisch-männlicher Haltung und raffinierten Klang-Eruptionen. Die 1964 für Mstislaw Rostropowitsch geschrieben erste Suite von Britten entfaltete Gerhardt als faszinierenden Gang durch eine Klangbildervielfalt, wie sie der Komponist höchst eindrucksvoll für das Cello erfand.“
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Harald Eggebrecht, 11.Februar 2004 |
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| Tripelkonzert in München mit Lisa Batiashvili, Steven Osborne, Münchner Philharmonikern und Christian Arming |
| "Gegen diese fahle Musik wirkte Beethovens Opus 56, das Tripelkonzert nachgerade aufmüpfig vor Lebendigkeit, noch dazu, wenn es so vital und jugendfrisch verwirklicht wird wie hier von Steven Osborne, Klavier, Lisa Batiashvili, Violine und Alban Gerhardt, Violoncello. Die jungen Künstler spielten auswendig und von solchem trialogischen Geist beseelt, dass sich die Überraschungen und Witzigkeiten des solitären Stückes schwungvoll einstellten. Den Cellisten gilt das Werk in mancher Hinsicht als verkapptes, schwieriges Cellokonzert, alle Themen werden zuerst vom Cello vorgestellt, häufig treibt es das solistische Geschehen an. Alban Gerhardt, dem kürzlich sein Guadagnini-Instrument gestohlen wurde, agierte auf seinem neuen Goffriller von 1711 so souverän und leichtfüßig, dass Lisa Batiashvili jubilierend antwortete. Und Steven Osborne, dessen vermeintlich leichter Klavierpart im Gegenteil durchaus heikel ist, gesellte sich beschwingt dazu. Christian Arming und das Orchester ließen sich animiert anstecken. |
Harald Eggebrecht, 2.November 2003 |
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| Schnittke Nr.1 mit Münchner Philharmonikern und Yakov Kreizberg im Münchner Gasteig |
| „Sieg mit Schnittke - Der Cellist Alban Gerhardt brilliert bei den Philharmonikern unter Yakov Kreizberg |
| ...Faszinierend aber war der 33jährige Solist Alban Gerhardt. Er gestaltete das riesige, raftraubende Schnittke-Werk...so souverän, dass Größe und Qualität dieser Musik außer Zweifel standen. Mit großem, aber nie grobem Ton und einer Fülle unterschiedlichster Klangfarben entwickelte Gerhardt die Idee Schnittkes vom Kampf des Einzelnen gegen die Vielen. Es beginnt in tiefster Lage, entfaltet sich als düster-einsamer Gesang, dem das Orchester massiv dazwischenfährt. Mit dem Scherzo, in dem es zu einem geradezu bösartigen Miteinander-Fechten kommt, grotesk mit Cembalozirpen versetzt, sollte das bittere Konzert enden...Alban Gerhardt begeisterte Publikum und Musiker mit Alfred Schnittkes dunklem Schmerz so sehr, dass er sich mit dem schweren Prelude aus Bachs 6.Solosuite bedankte: virtuos, unforciert, überlegen. Ovationen.“ |
Harald Eggebrecht, 30.September 2002 |
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| Brahmstage in Tutzingen |
| „…Gerhardt und Uhlig schienen sich gegenseitig zu interpretatorischen Höhenflügen zu inspirieren: Während Gerhardt’s unbeschreiblich klangvoller, raumgreifender Ton den Kopfsatz schon allein zum magisch-fesselnden Klangerlebnis machte, setzte Uhligs Begleitung noch ein Übriges hinzu…Den Höhepunkt des Konzerts hatte die Künstler somit schon vorweggenommen…Die Perfektion der e-moll-Sonate konnte nicht wieder erreicht werden…“ |
26. November 1999 |
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| Recital mit Ewa Kupiec in der Nähe von München |
| „Wo das Sonderbare zum Ereignis wird |
| ...<Bei Männern, welche Liebe fühlen von Beethoven> kam vor allem das Cello mit warmbeseeltem Ton zur Geltung...Dabei kam es Gerhardt zustatten, dass er ein sozusagen männliches Cello spielt und mit kraftvollem Ton und entscheidendem Ansatz Vehemenz des Ausdrucks vor schöne Perfektion stellt, wo es darauf ankommt. Dennoch bleibt sein Spiel immer intonationssicher und präzise...Die Interpretation dieses Stückes <Schnittke-Sonate> war schlechthin atemberaubend, ging von völliger Identifikation mit dem Leidenspathos der Largo-Sätze bis zur äussersten Härte und Scharfzeichnung des unheimlichen Allegros. Auch hier die fabelhafte Übereinstimmung zwischen den beiden...Mit makelloser Virtuosität hingelegt, mag dieses witzige Werk <Suite Italienne> dem enthusiasmierten Publikum einen erleichterten Sonntagabend beschert haben...“ |
Claus Regnault, 22. November 1995 |
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| Abschlusskonzert beim ARD-Wettbewerb mit Orchester des BR und Sir Colin Davis |
| „…Die Orchestergestaltung, laut und in den Tempi hektisch ihn- und herschwankend, war auch das Handikap für den zweiten Cellopreisträger, den 21jährigen Deutschen Alban Gerhardt, der den Kopfsatz aus Dvoraks Cellokonzert mit subtiler Tongebung musizierte (aber Colin Davis wollte aus dem herrlichen Stück ja unbedingt einen Reißer machen)…“ |
Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung, 22. September 1990 |
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