Alban Gerhardt hat sich im letzten Jahrzehnt unter den großen Cellisten unserer Zeit etabliert. Sein Klang ist unverwechselbar, und seine Interpretationen zeichnen sich durch höchste Originalität aus. Unter seinen Händen singt das Cello, bekannte Literatur wird neu entdeckt, unbekannte Werke werden mit ungeahntem Leben versehen. Die glückliche Verbindung von untrüglichem musikalischen Instinkt, größter Emotionalität, genügend Intellekt und einer natürlichen, äußert fesselnden Bühnenpräsenz faszinieren sein wachsendes Publikum, zumal er nach dem Verlust seines Lorenzo-Guadagnini-Cellos mittlerweile über ein ganz besonderes Instrument aus der Werkstatt Matteo Gofrillers verfügt. Ein großes Anliegen ist es ihm, alte Hör- und Konzertgewohnheiten aufzubrechen und die Klassische Musik einer jüngeren Hörerschaft zu öffnen.
Nach frühen Wettbewerbserfolgen und seinem Debüt als 21jähriger bei den Berliner Philharmonikern begann seine internationale Karriere, die ihn inzwischen zu über 160 verschiedenen Orchestern in der ganzen Welt geführt hat, darunter die meisten europäischen und amerikanischen Spitzenorchester. Partner am Pult waren dabei u.a. Kurt Masur, Christoph von Dohnányi, Christoph Eschenbach, Sir Neville Marriner, Marek Janowski, Sir Colin Davis, Leonard Slatkin, Fabio Luisi, Sakari Oramo, Paavo und Neeme Järvi.
Gespickt mit Höhepunkten waren seine letzten beiden Saisons: so brillierte er bei den Berliner Philharmonikern unter Christian Thielemann, den Rundfunksinfonieorchestern des HR (E.Inbal), BR (H.Graf), NDR (Dohnanyi), beim RSB Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig (D.Kitajenko), in London's Barbican mit dem BBC Symphony (John Adams) und bei seinem Carnegie-Hall-Debüt mit dem Fort Worth Symphony (M.Hardt-Bedoya). Zudem debütierte mit den Orchestern von Toronto (P.Oundijan), KBS Seoul (C.P.Flor), New Japan und Malaysia Philharmonic, Bergen (A.Buribayev), San Antonio und San Diego.
Für die Saison 2008/09 stehen innerhalb einen Jahres zwei Auftritte bei den Proms in London's Royal Albert Hall bevor: mit Prokofiev's Sinfonia Concertante sowie 2009 die Uraufführung des Unsuk Chin Cellokonzertes, jeweils begleitet vom BBC Scottish Symphony unter Ilan Volkov. Andere Höhepunkte sind seine Wiedereinladung zum City of Birmingham Orchestra unter Andris Nelsons, zum Boston Symphony und dem RSB unter Marek Janowski, seine Debüts beim Oslo Philharmonic (Mikko Franck), Sidney und Melbourne Symphony sowie bei den Radio-Orchestern von Saarbrücken (C.Meister) und Helsinki (H.Lintu).
Alban Gerhardts Repertoire ist äußerst umfangreich - so hat er bereits fast 60 verschiedene Cellokonzerte aufgeführt. Auch die Zusammenarbeit mit lebenden Komponisten wie Unsuk Chin, Peteris Vasks, Brett Dean, Jörg Widmann, Osvaldo Golijov, Matthias Pintscher und Mathias Hinke dokumentiert sein Interesse an der Erweiterung des Repertoires. Trotz seiner intensiven solistischen Tätigkeit hat die Kammermusik in Alban Gerhardts Schaffen eine wichtige Bedeutung: Bei internationalen Festivals wie den Londoner Proms und dem Edinburgh Festival und in renommierten Sälen wie der Wigmore Hall in London, der Berliner Philharmonie, der Suntory Hall in Tokio und dem Pariser Chatelet musiziert er mit Kollegen wie Steven Osborne, Cecile Licad, Lars Vogt, Christian Tetzlaff, Lisa Batiashvili, Arabella Steinbacher, Tabea Zimmermann, Emmanuel Pahud und dem Artemis Quartett.
Alban Gerhardts CD-Einspielungen sind schon mehrfach ausgezeichnet worden, darunter zwei Echo Klassik Preise. Seit drei Jahren nimmt er exklusiv für das britische Label "Hyperion" auf und hat dort die Reihe "Romantische Cellokonzerte" mit zwei CD's begründet (Konzerte von d’Albert, Dohnanyi, Enescu, Schumann, Gernsheim, Volkmann und Dietrich). Ende 2008 wird seine dritte Recital-CD nach einem Reger-Doppelalbum (Markus Becker als Pianist) mit Steven Osborne (Sonaten von Chopin und Alkan) erscheinen sowie kurz danach die Sinfonia Concertante und das Cellkonzert von Prokofiev mit Andrew Litton und dem Bergen Philharmonic.
Seine wichtigsten Lehrer waren Boris Pergamenschikow, Markus Nyikos und Frans Helmerson.
"...Faszinierend aber war Alban Gerhardt... Er begeisterte Publikum und Musiker mit Alfred Schnittkes dunklem Schmerz so sehr, dass er sich mit dem schweren Prelude aus Bachs 6.Solosuite bedankte: virtuos, unforciert, überlegen. Ovationen.."
—Süddeutsche Zeitung
Gastsolist triumphiert in seinem Boston Debüt... Das Publikum drehte durch... es gibt keine Frage über sein Talent, seine Musikalität, seine Phantasie - und seine Nerven aus Stahl."
—Boston Globe
"Alban Gerhardt spielte es, wie man es spielen muss: federnd, unter Strom stehend, elektrisierend..."
—Die Welt
"Virtuose mit Intellekt und Schwärmer ohne Sentimentalität, traf er Nerv und Herz, Temperament und Temperatur der Musik verblüffend. Alban Gerhardt kam, sah und siegte!."
—Kölner Stadtanzeiger
"Gerhardt lieferte ein so selbstverständliches, aktuelles wie tolles Plädoyer ...mit fliegendem Bogen und rasenden Fingern, dass einem vor Verblüffung schier der Atem wegblieb. Wäre da nicht ein Festspielauftritt in Sicht?..."
—Salzburger Nachrichten
"...Auch wenn sein Haar aufsässig wirkt, ist er ein Muster von musikalischer Aufrichtigkeit und Charisma. Und sein Spiel ist lupenrein, sprechend und entspannt…Eine edle Interpretation!"
—Los Angeles Times
"...Dies führte uns zu der hervorragendsten Live-Aufführung des Soloparts in Dvorak’s Cellokonzert, der ich mich entsinnen kann..."
—The Independent
"Dvorak Cellokonzert erfuhr eine absolut packende Behandlung…Gerhardt ist eine große Persönlichkeit."
—Philadelphia Inquirer