 |
|
Shostakovich • Schnittke
Cello Sonatas
Recorded on Hyperion Records
Wigmore Hall, London, Aug 2005
|
|
|
 |
| |
Alban Gerhardt, cello
Steven Osborne, piano
|
 |
 |
|
 |
 |
| |
Dmitri Shostakovich |
| |
Sonata in D minor for cello and piano |
| 1. |
Allegro non troppo - Largo (13:23) |
| 2. |
Allegro (3:34) |
| 3. |
Largo (9:06) |
| 4. |
Allegro (3:52) |
| |
|
| |
Alfred Schnittke |
| 5. |
Madrigal in memoriam Oleg Kagan (8:22) |
| 6. |
Klingende Buchstaben (4:17) |
| |
solo cello |
| |
|
| |
Alfred Schnittke |
| |
Sonata No. 1 for cello and piano |
| 7. |
Largo (3:52) |
| 8. |
Presto (6:01) |
| 9. |
Largo (11:59) |
| |
|
| |
Dmitri Shostakovich |
| |
Eight Little Pieces for cello and piano |
| 10. |
The Clockwork Doll (0:53) |
| 11. |
Hurdy-Gurdy (0:44) |
| 12. |
Sad Song (1:52) |
| 13. |
Lullaby (1:22) |
| 14. |
Spring Waltz (1:46) |
| 15. |
Nocturne from The Gadfly (3:06) |
| 16. |
Moderato (2:13) |
| 17. |
Gigue from Hamlet (1:41) |
| |
|
| |
Playing time: 78:50 minutes |
|
| |
|
| |
 ...das muss man gehört haben. 
In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 23. Januar rezensiert Eleonore Büning die aktuelle Schostakowitsch-CD von Alban Gerhardt und Steven Osborne. Unter der Überschrift "Alban Gerhardt spielt russische Sonaten" schreibt sie:
Aus einem todlustigen Drehwurm hat Dmitri Schostakowitsch das Scherzo seiner Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40 geschnitzt. Das Stakkato im Klavier erinnert an das Knochenklappern eines Xylophons. Durch die Flageolett-Phrasen des Cellos im Trio spuken schlimme Schatten. Nach nur dreieinhalb Minuten ist die Sache vorbei: blitzkurz, boshaft, dieses Tänzchen. Für die langsame Einleitung des folgenden Largos aber erfand Schostakowitsch eine Art unendliche Melodie. Sie beschreibt einen großzügigen Bogen aufwärts: ein Cellorezitativ, nur von wenigen akkordischen Klavierstützpfeilern gehalten. Kaum, dass man bemerkt, wie die Phrase zu Ende geht, schon beginnt sie wieder von vorne. Alban Gerhardt spielt dieses Quasi-Rezitativ nur mit halber Lautstärke, als sei es beiseitegesprochen, in die Kulisse gesagt. Das Klagelied, das danach anhebt, wird dann blühend und herrlich aus voller Cellobrust gesungen, mit der Leidenschaft des vibratoreich großen Tons - schließlich ist die Verwandtschaft mit dem Lied der Gefangenen aus der Oper "Lady Macbeth von Mzensk" nicht zu leugnen. Großes Pathos, scharfe Groteske sind kein Widerspruch in dieser Kammermusik. Sie ist 1934 entstanden, im selben Jahr, als auch die "Lady" herauskam, die dann dem Komponisten wenig später die Ungnade Stalins einbrachte sowie auf lange Sicht äußere Repressalien, innere Emigration. Weil nun aber diese d-Moll-Sonate überhaupt das erste größere Kammermusikwerk von Schostakowitsch war, das er selbst gelten ließ; weil sie zugleich - viersätzig, sonatenformtreu, mit regelgerechten Reprisen - eindeutig konservativ-romantisierende Züge trägt und alles Revoluzzerhafte darin scheinbar abgelegt ist; deshalb ist auch die Versuchung groß, sie für ein frühes Zeugnis des biographisch-kompositorischen Rückzugsgefechts zu nehmen - und entsprechend kontrastbetont zu interpretieren.
Der famose junge Berliner Cellovirtuose Alban Gerhardt und sein Klavierbegleiter Steven Osborne übertreiben es damit nicht. Ihre Lesart bleibt differenziert, stets näher an der Klangrede des Notentextes als an außermusikalischen Einflüsterungen. Der Fächer der Ausdrucksvarianten ist bewundernswürdig breit, die rhythmische Präzision und die klug ausbalancierte Dynamik im Zusammenspiel ebenso beeindruckend wie die Palette der pianistischen und cellistischen Klangfarben. An dieser Darbietung stimmt einfach alles. Einleuchtend klar gestaltet das Duo auch die 1978 für Nathalia Gutman komponierte Cellosonate von Alfred Schnittke, mit der tristen Zwölftonfolge zu Beginn und der drohend sich zum Sturmwind türmenden Presto-Motorik inmitten. Wie das Duo sich hingibt an diesen tödlichen Dauerlauf und dennoch stets auf Schönheit der Tongebung beharrt, das muss man gehört haben. Und die kleinen "Zugaben" dieses Albums? Jede für sich genommen ein Gedicht." |
| Eleonore Büning, Frankfurt Allgemeine Zeitung, 23.Januar 2007 |
| |
Die Wilden Cello-Kerle |
Neben dem Deutsch-Japaner Danjulo Ishizaka (geb. 1979), dem in Württemberg aufgewachsenen Südamerikaner Claudio Bohórquez (geb. 1976), dem Münchner Anne-Sophie-Mutter-Zögling Daniel Müller-Schott (geb. 1976) und dem eben zur Spitze vorstoßenden Münchner Johannes Moser (geb. 1979) ist freilich der freigeistigste, lebenslustigste und musikalisch avancierteste Ritter der vier tieferen Saiten der Berliner Alban Gerhardt (geb. 1969).
Der war zwar am Instrument ein Spätzünder, aber dafür beherrscht er es jetzt so virtuos wie respektlos, so individuell wie intellektuell. Sein Spiel ist direkt, burschikos, dann wieder erstaunlich weich und offen für vielerlei Einflüsterungen. Er ist kein Feingeist, er lebt Musik. Das hört man auch in seiner unverstellten Anverwandlung der feinherben Cellosonaten von Dmitri Schostakowitsch und Alfred Schnittke, bei denen ihm am Klavier Steven Osborne kräftig beisteht. Gerhardt hat Lust an der blühenden Phrase, aber auch am flüsternden Staccato, er tönt voll und weiß zu wispern. Doch immer ist er Herr der Cellolage, oszilliert wunderbar zwischen Disziplin und Freiheit. Es wird interessant, zu erleben, wenn Gerhardt im April im Schumann-Cellokonzert bei den Berliner Philharmonikern auf Christian Thielemann treffen wird.  |
| Manuel Brug, Die Welt, 30.Januar 2007 |
| |
Wer nach den Ursprüngen der Suggestivkraft von Schostakowitschs späteren Siunfonien, Streichquartetten und Filmmusiken sucht, wird in der frühen Cello-Sonate fündig - besonders, wenn er sich von Alban Gerhardt (Cello) und Steven Osborne an die Hand nehmen lässt. Die frohgemute Einleitung des Kopfsatzes, das klopfende, von Osborne zerdehnte pianissimo an seinem Ende; das schwungvoll-tänzerische Scherzo, in dem Gerhardt sein flageolett-gespieltes Cello fast wie ein Saxophon aufheulen lässt, die von ihm ausgesungene Linie im quasi solo des Largo, schließlich das repetitiv-motorische Marschieren des Klaviers im Schlussatz und die halsbrecherische Flucht des Finales - das alles wird nicht mit Kraftmeierei, frisierter Phrasierung, künstlich aufgerauhtem Ton zu einer musikalischen Existenzfrage aufgebauscht, sondern wie das aufwühlende Bekenntnis eines jungen Mannes gestaltet, der dem Leben mit Freude, Inbrunst, Schwärmerei (und manchmal ahnungsvoll schweren Herzens) entgegen eilt. Indem Gerhardt und Osborne Schostakowitschs Musik einmal nicht statisch-obsessiv plakatieren, ihm einmal nicht mit nähmaschinenhafter Rhythmik und zerquältem Pathos die immergleiche Rolle des ewig Zerrissenen zuweisen, nehmen sie ihn als kammermusikalischen Klangmaler ernst. Die fabelhafte Aufnahme wird sinnvoll ergänzt durch Alfred Schnittkes Sonate für Cello und Piano, also dem Stück, das an Schostakowitsch anschloss, durch zwei Stücke Schnittkes für Cello solo, darunter ein herrlich mondscheinfahles Madrigal von statischer Melodik, schließlich durch Bearbeitungen einiger Schostakowitsch-Petitessen. Fazit: durchdachte Produktion, expressives Musizieren, generös verpackt (80 Minuten) - ein klarer Kauf. (Hyperion)  |
| Dieter Schnaas, Wirtschaftswoche, 9.Januar 2007 |
| |
| Aufnahme des Monats |
Das ist einfach eine wunderbare CD. Steven Osborne ist einer der musikalischsten und intelligentesten der jüngeren Pianistengeneration…Alban Gerhardt scheint der perfekte Partner zu sein…Der erste Eindruck des Scherzos ist, dass es etwas zu langsam sei, aber bald wird die Dynamik der Interpreten klar, und es zeigt sich, dass das Tempo perfekt ist. Auch gibt es ein paar magische Cello-Flageoletts.
Das Largo ist einfach nur großartig, mit atemberaubenden Pianissimi und einer überwiegenden Düsterheit des Ausdrucks. In dem kurzen Finale beweisen beide Spieler exemplarische Attacke. Wegen der Qualität dieser Interpretation allein ist diese CD ein echter Kandidat für „CD des Jahres“! Von modernen Interpretation dieses Werks ist diese unter den ersten dreien anzusiedeln – ergänzt sich wunderbar mit der von Britten und Rostropowitsch….Eine unglaubliche Aufführung <der Schnittke Sonate>…
Ich kann diese Scheibe nicht genug empfehlen. Ja, sie ist Vollpreis, aber ich wette mit Ihnen, dass Sie sie viele Male öfter spielen werden als die Mehrheit der Billigplatten. Herrlich! |
Colin Clark, musicwebinternational.com |
| |
| "...Schnittke tritt die Nachfolge Schostakowitschs im Leben, in der Kunst und auf dieser CD an. Gerhardt und Osborne spielen das Finale der Sonate des älteren Komponisten mit wunderbarem Fluss und betonen dabei die jagenden Sechzehntelnoten des Cellos und die flirrenden Tonleitern des Klaviers, die dann im ergreifenden Presto des jüngeren Werks, das voller Huldigung steckt, wiederkehren. Schnittkes Wirbelsturm hätte mit noch größerer Entschlossenheit vorgetragen werden können, doch das herzzerreißende Leid, das das Duo an anderer Stelle, insbesondere im Madrigal für Oleg Kagan, zum Ausdruck bringt, ist eine Entschädigung. Das Programm endet mit Schostakowitschs leichten Acht Stücken für Cello und Klavier – sie sind kurz, eingängig, kindlich und lustig...." |
| Rick Jones, The Times, 17.Juni 2006 |
| |
| "...Gerhardt und Osborne sind perfekt auf die Nuancen und ausdrucksstärkeren Gesten der Musik eingestimmt... Einfach gesagt, ist dies die überzeugendste Interpretation dieser Sonate, die ich je gehört habe..." |
| Fanfare, USA |
| |
"...Mit der wunderbaren Aufnahme und dem grandiosen Spiel bezaubert diese CD alleine schon durch ihren Klang. Gerhardt und Osborne zeichnen sich beide besonders durch ihre poetischen Einblicke aus, und wo immer sich die Musik hier nach innen wendet, lassen sie einen Zauber entstehen, so dass man jeder Note atemlos folgt...." |
| Classic FM Magazin |
| |
|
 |
|