 |
The Romantic Cello Concerto Vol. II
Schumann, Volkmann, Gernsheim & Dietrich
|
|
|
 |
| |
Alban Gerhardt, cello
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Hannu Lintu, Conductor |
 |
 |
|
 |
 |
| |
Robert Volkmann |
| |
Cello Concerto in A minor Op 33 |
| 1. |
Allegro moderato — Tranquillo e ben in tempo — Più allegro — Allegro vivace — Tempo I (14:43) |
| |
|
| |
Albert Dietrich |
| |
Cello Concerto in G minor Op 32 |
| 2. |
Allegro (8:30) |
| 3. |
Romanze: Andante espressivo (6:36) |
| 4. |
Finale: Allegro, un poco maestoso — Cadenza (Friedrich Grützmacher) — A tempo (7:38) |
| |
|
| |
Friedrich Gernsheim |
| |
Cello Concerto in E minor Op 78 |
| 5. |
Allegro non troppo — Vivo e con fuoco (5:24) |
| 6. |
Larghetto (3:12) |
| 7. |
Vivo e con fuoco (come sopra) — Animato, ma non troppo (5:07) |
| |
|
| |
Robert Schumann |
| |
Cello Concerto in A minor Op 129 |
| 8. |
Nicht zu schnell (10:48) |
| 9. |
Langsam (3:59) |
| 10. |
Sehr lebhaft (7:15) |
| |
|
| |
Playing time: 79:37 minutes |
|
| |
|
| |
CD des Tages – Neu entdeckt
|
„Seit langem heißt es, das Repertoire an Solo-Konzerten sei bei den Cellisten relativ klein. Tatsächlich erscheinen auf Orchesterprogrammen immer die gleichen fünf, sechs Stücke…Dabei ist die Klage über das angeblich so kleine Cellorepertoire von den Betroffenen durch ständige Wiederholung auch mitverschuldet. Allein im Vorbarock und Barock gibt es nämlich hunderte meist unbekannter Werke. Alban Gerhardt, einer der neugierigsten, vielseitigsten und vor allem besten Cellovirtuosen unserer Tage, hat nun schon eine zweite CD mit romantischen Werken für sein Instrument eingespielt. Auf der ersten stellte er Stücke von Ernst von Dohnányi, Eugène d’Albert und George Enescu vor. Jetzt hat er sich neben dem Schumann-Konzert dreier Werke angenommen, die im Umkreis von Schumann und Brahms entstanden sind. Robert Volkmann und Friedrich Gernsheim waren mit Brahms befreundet. Albert Dietrich schrieb mit Schumann und Brahms für Joseph Joachim eine gemeinsame Violinsonate unter dem Motto „Frei aber einsam“. Volkmanns virtuoses a-Moll-Konzert erinnert in Tonart und Einsätzigkeit von ferne an Schumanns immer so vertraut wie befremdend neu klingendes Mirakel, auch wenn es fast zur gleichen Zeit uraufgeführt wurde. Dietrichs g-Moll-Konzert entstand etwa 1876 für den Meistercellisten Friedrich Grützmacher. Das wahrscheinlich erstmals seit seiner Uraufführung hier wieder präsentierte Stück besitzt in Art und Weise Elemente von Schumann und Brahms. Dennoch zeigt Dietrich wie in der F.A.E.-Sonate, dass er ein eigenständiger Kopf war. Das Konzert in c-Moll von Gernsheim wurde 1907 veröffentlicht. Hier mag man in der vernetzten symphonischen Machart an Brahms wie an Elgar denken. Dass solcherart Gedanken überhaupt entstehen, dass man so gefesselt ist von der Verschiedenartigkeit wie Verwandtschaft der Tonsprachen liegt an Alban Gerhardts glänzendem Cello-Einsatz. Er erfüllt die Werke der drei Brahms-Freunde mit schwungvoller Virtuosität und einer spielerischen Intensität, die sie zu Stücken hohen Ranges erhebt. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter hannu Lintu gebleitet ausgesprochen einfühlsam. Aber wenn die Anfangstakte des Schumann-Konzertes ihre Magie ausbreiten und Alban Gerhardt die unstillbare Sehnsucht des Themas atikuliert, dann bleiben Volkmann, Dietrich und Gernsheim doch unweigerlich zurück.
|
| Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung, 13.März 2007 |
| |
Melodisch |
Nach dem prächtigen Start der Hyperion-Reihe mit romantischen Cellokonzerten entpuppt sich auch die zweite Folge als ein Schatzkästlein. Das betrifft weniger Schumanns bekanntes Spätwerk als vielmehr die längst aus dem Repertoire gefallenen Kompositionen von Robert Volkmann, Albert Dietrich und Friedrich Gernsheim – Partituren mit wundervoll melancholischen Themen, tief gefühlter Harmonik, klanglich hinreißenden Passagen und vor allem einem mehr melodisch als brillant angelegten Solopart. Die glücklich gewählte Zusammenstellung kommt zudem Alban Gerhardts sattem Ton entgegen. 
|
| Mku, Fonoforum, Mai 2007 |
| |
Alban Gerhardt prunkt in allen auf dieser CD versammelten Konzerten mit Cellopersönlichkeit, Farbenpracht und unermüdlicher Beredsamkeit.Die größte Entdeckung dürfte dabei das e-moll-Konzert von Friedrich Gernsheim sein…Alban Gerhardt spielt das kurze Werk mit ausschweifender Zartheit und lyrischer Schwärmerei. Die Musik wird leicht und sanguinisch – Eigenschaften, die man dieser CD insgesamt zugute halten darf…Halsbrecherisch wirkungsvoll schlägt indes Alban Gerhardt daraus musikakrobatischen Effekt. Auf CD unbedingt hörenswert. Alban Gerhardt erweist sich auf dieser Entdeckungsreise erneut als erzählgewandter, musikalisch superber Cicerone…Eine Steilvorlage für Sammler. Und ein Beweis für Intelligenz und Weitblick eines Cellisten, der Virtuosität mit Inhalt kongenial verbindet. 
|
| Robert Fraunholzer, Rondo, Februar 2007 |
| |
…die meisterlich gearbeiteten, hier erstmals eingespielten Cellokonzerte von Dietrich und Gernsheim. Diese Entdeckungen machen Gerhardts CD für bekennende Spätromantiker zum Pflichtkauf. 
|
| VT, Partituren, Mai/Juni 2007 |
| |
... Alban Gerhardt stürzt sich mit der aufregenden Hemmungslosigkeit eines Virtuosen in die Schlacht, und die Aufnahme kommt aus der obersten Schublade von Hyperion...r  |
| Classic FM Magazine |
| |
Es gibt heutzutage allzu viele Aufnahmen von Werken, die man zu Recht vernachlässigt hat. Dies ist absolut keines von ihnen. Das Konzert Schumanns… jedenfalls ist nicht wirklich ein vernachlässigtes Werk. Entscheidender ist hier, dass die anderen Konzerte derart vollkommene Werke sind, dass man sich – wie nur bei den allerbesten solcher Kompositionen – fragt, wo in aller Welt diese Stücke verborgen lagen, während der Strom von Dvorak-, Elgar- und Tschaikowsky-Aufnahmen unvermindert fließt. Alban Gerhardt spielt mit vollem Klang, selbst in den verworrensten Werken mit tadellosem Urteil und absolut sicher, ohne den fundamentalen Fehler zu begehen, den Anschein allzu großer Leichtigkeit zu erwecken – und zu tun hat er eine Menge. Das Orchester unterstützt ihn sowohl durch ausgezeichnete Soli als auch einem vollen tutti-Klang. Während die Balance Gerhardts Spiel immer deutlich hervortreten lässt, entsteht nie das Gefühl, er habe seine Prominenz nicht verdient. ... [Dietrichs] Cellokonzert ist recht zugänglich, rühmt sich jedoch vieler Raffinessen und schöner Melodien: Die Romantik ist ein ganz besonderer Juwel, und es muss eine Freude gewesen sein, sie wiederzuentdecken. ... Das Werk verlangt danach, in das reguläre Repertoire aufgenommen zu werden – Gerhardts Spiel verleiht ihm (auf bestmögliche Art) den Anschein, als habe es seinen Platz darin schon immer gehabt. ... Sowohl das Konzert Gernsheims als auch das bekanntere Schumann-Konzert regen Gerhardt zu einigen klanglichen Wagnissen an – er scheut auch nicht vor ungewöhnlichen Griffen auf die Saiten zurück... Selbst für das erste Album in der Reihe wäre dies schon ein besonderes Programm gewesen, für ein zweites Album ist es unverschämt gut und das Spiel ist sowohl brillant als auch engagiert. Auf das dritte Album kann man nur gespannt sein... 
|
| Carl Rosman, International Record Review |
| |
…Schumanns Meisterwerk mit drei relativ unbekannten Cellokonzerten zu kombinieren mag die Überlegenheit des ersten Werks nur zu bestätigen scheinen. Jedoch ist Gerhardts Programm wie schon in seinem vorangegangenen Beitrag zu dieser Reihe sehr aufschlussreich für eine Wiederbelebung in Vergessenheit geratener Werke sowie zur Verdeutlichung des Einflusses Schumanns auf bestimmte Richtungen deutscher Musik des 19. Jahrhunderts. Am deutlichsten erkennbar ist dieser Einfluss wie zu erwarten im e-Moll-Konzert seines Schülers Albert Dietrich. Der langsame Satz des e-Moll-Konzerts von Friedrich Gernsheim erinnert ein wenig an Max Bruch. Doch trotz ihrer idiomatischen Cello-Sprache, einer wunderbar klaren Aufnahme und Gerhardts überzeugendem Spiel hinterlässt keines dieser Werke wirklich einen bleibenden Eindruck. Robert Volkmanns bezauberndes Konzert in a-Moll dagegen ist anders. Gerhardt spielt Volkmanns Mischung aus melodischer Lyrik, Witz und halsbrecherischer Technik mit einem glänzenden Sinn für das Tempo, und die eindringliche Begleitung durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Hannu Lintu überragt die Konkurrenzaufnahme bei cpo um Längen. Beim Schumann wirkt Gerhardts relativ geradlinige Darbietung des ersten Satzes – verglichen mit der selbstvergessenen Hingabe eines Mischa Maisky und Christophe Coin wie frischer Wind, und mit seiner flinken Bogenführung im Finale erreicht er fast die Brillanz eines Heinrich Schiff… Der Kauf dieser CD zahlt sich aus… 
|
| Erik Levi, 5 Sterne, BBC Music Magazin, März 2007 |
|
| |
...Gerhardts leidenschaftliche, wohl klingende Darbietungen sind beispielhaft. So bewahrt er schöne Musik vor dem unverdienten Vergessen ...  |
| The Sunday Times |
| |
| Hier wird Schumanns bekannteste Traumwelt - das a-Moll-Konzert - gespielt, und zwar großartig. Doch dazu gibt es drei Raritäten... Es sind schöne, hörerfreundliche Stücke: unmittelbar, warm und lyrisch, voller Gefühls- und orchestraler Klangfarben... Sie zu hören ist ein Vergnügen. Alban Gerhardt ist der charismatische Solist mit sattem Klang, der seine sichere Intonation, sprühende Virtuosität und großen Elan zeigt. Diese CD ist absolut empfehlenswert für alle, die große, erzählende romantische Orchesterwerke lieben. Ein weiterer Juwel von Hyperion. |
| HMV Choice |
| |
Das zweite Album der Hyperion-Reihe, die sich den romantischen Cellokonzerten widmet, gruppiert drei selten aufgeführte Werke um Schumanns a-Moll-Konzert aus dem Jahr 1850 herum. Die einheitliche Form des Konzerts in einem Satz von Robert Volkmann (1815–1883) aus dem Jahr 1855 lehnt sich eher an Liszts ein Jahr früher entstandene Sonate in b-Moll als an das Modell Schumanns an, wohingegen das Werk Albert Dietrichs (1829–1908), der unter Schumann studierte, dem Klangbild des Cellokonzerts seines Lehrers folgt. Friedrich Gernsheim (1839–1916) gehört ganz der späteren Epoche an. Sein eher von Brahms beeinflusstes Konzert datiert aus dem Jahr 1907. Was die drei Komponisten gemeinsam haben, ist ein feines Gespür für melodische Fantasien. Wenn auch keines der Werke ein zu wenig beachtetes Meisterwerk darstellt, so besitzen sie doch alle Eleganz, und Alban Gerhardt bringt sie mit einem fein ausgeformten Sinn für die Linie zu Gehör.  |
| Andrew Clements, The Guardian, 26.Januar 2007 |
| |
Für jeden Lokalpatrioten ist das nächste Konzert der Philharmoniker mit Christian Thielemann und Alban Gerhardt Pflicht: Denn dass der Dirigent und der Solist des Abends Kinder dieser Stadt sind, kommt bei dem Orchester nur alle Jubeljahre einmal vor. Mehr Berlin geht kaum – da fehlt eigentlich nur noch, dass auch ein Werk eines Berliner Komponisten auf dem Programm steht. Gerhardt hätte sogar (mindestens) eins auf Lager gehabt: Auf seiner neuen CD spielt der 37-Jährige unter anderem das hübsche, knapp viertelstündige Cellokonzert des Spätromantikers Friedrich Gernsheim, der vor gut hundert Jahren als Lehrer am Stern’schen Konservatorium und an der Berliner Akademie der Künste wirkte. Das 1907 uraufgeführte Stück hätte vom Tonfall her sogar gut zum Hauptwerk des Abends gepasst, Brahms’ erster Sinfonie. Doch so mutig wollten die Philharmoniker leider nicht sein: Stattdessen gibt es von Sonnabend bis Montag in der Philharmonie wieder einmal Schumanns Cellokonzert.Das Stück koppelt Gerhardt auf der CD „The Romantic Cello Concerto“ mit dem Gernsheim-Konzert und den ebenfalls vergessenen Cellokonzerten der Brahms-Zeitgenossen Albert Dietrich und Robert Volkmann. Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich bleibt Schumann der bessere Komponist, aber der äußerst dürftige Kanon an erstrangigen Cellokonzerten könnte eine Erweiterung gut vertragen. Insofern ist Gerhardts Entdeckergeist auch eine Frustvermeidungsstrategie. Immer die gleichen fünf, sechs Stücke spielen zu müssen, führt bei den meisten Solisten zum burnout. 
|
| Jörg Königsdorf, Tagesspiegel, 8.April 2007 |
| |
|
 |
|